Zu den Arbeiten von Claudia Bläsi:


Die Künstlerin befindet sich in einem stetigen Dialog mit der Farbe, die wiederum selbst als autonomer Gegenstand behandelt wird.

Explosive Tuben, in sich selbst in Bewegung, mal verdichtend, mal aufbrechend, treten zum Vorschein.

Formen und Farben spielen ein Verwirrspiel zwischen Vorder- und Hintergrund, zwischen Ruhe und Bewegung. So entstehen abstrakte Kompositionen von tiefer Räumlichkeit und ausdrucksvoller, fast lyrischer Stimmung.

Raum- und Tiefenwirkung sind zentrale Aspekte ihres künstlerischen Konzepts.

Ihre unerschöpfliche Quelle ist das Leben, die Schöpfung, Begegnungen, das Pulsieren im tiefsten Inneren. Wie in der Natur reflektieren ihre Arbeiten Prozesse der Formwerdung. Wachstum und Veränderung. Entstehen und Vergehen.

Reisen, im weitesten Sinne, nehmen einen zentralen Platz im Werk der Künstlerin ein. Wie die Künstler der Moderne, hat auch Claudia Bläsi auf Veränderungen in ihrem Leben und Begegnungen mit Menschen mit neuen Erfindungen reagiert.

Ihre Arbeiten sind frei, mutig, großformatig und prozesshaft. Die erarbeiteten Ausdruckswelten haben sich befreit und bekennen sich zu ihrem Eigenleben.

Undenkbar wäre diese Entwicklung gewesen ohne ihre zahlreichen Reisen nach Fernost. Erst Vietnam, China, Burma, Indien. Dann ein Atelierstipendien in Shanghai/China und Huế/Vietnam.

Durch diese und auch andere Reisen entdeckte Claudia Bläsi den Umgang mit bislang unerprobten Techniken, auch mit sich und dem Fremden. Mit Nähe und Distanz. Reduktion und Fülle. Die Arbeiten von Claudia Bläsi haben dafür ein eigenes Vokabular entwickelt.

Wir stehen vor so einem Bild in der plötzlichen Einsicht, eine scheinbar anachronistische Komposition vor uns zu haben. Oder ist es das Spektrum der Wahrnehmung, das den Betrachter wie auch die Künstlerin über den Lauf der Zeit verändert hat? 

Das Eigene und Andere, das Kontrollierte und das Befreiende, das Vertraute und das Unbekannte sind so weit miteinander verbunden und verwoben, dass sie ein unteilbares, ein komplexes Ganzes bilden. Gerade das macht das Werk von Claudia Bläsi aus. 

(Dr. Barbara Aust-Wegemund, März 2014)


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